In Ergänzung zu den Projektfeldern (Areas of Research) sind die thematisch konzeptionellen Ebenen durch 5 Plattformen unterlegt.

A Methodikportal und Technologie-Entwicklung

B Patentwesen und Innovationstransfer

C UGMLC Zell und Gewebebank

D Klinisches Studienzentrum und Biometrie

E UGMLC School, Karriereförderung und Gleichstellung

 

A Methodikportal und Technologie-Entwicklung

Diese Plattform hat zum Ziel, die über die Faculty Mitglieder in das UGMLC eingebrachten methodischen Ansätze systematisch zu erfassen, die Information hierüber allen verfügbar zu machen und die für die Ziele des UGMLC notwendigen methodischen Weiterentwicklungen zu fördern. Dieses bezieht sowohl molekular basierte Technologien („omics“) als auch tierexperimentelle Modelle, bildgebende analytische Techniken, Nano- und Aerosoltechnologie und Verfahren der GMP kompatiblen Zell-Prozessierung für den Einsatz am Patienten ein. Eine der jetzt bereits avisierten Verbreiterungen der methodischen Plattform ist die im Rahmen der UGMLC-Finanzierung geplante Weiterentwicklung des Small Animal Imaging and Phenotyping Center am MPI.

 

B Patentwesen und Transfereinrichtungen

Diese Plattform hat ihre Funktion darin, den innovativen Wert neuer diagnostischer und therapeutischer Ansätze sowie technologischer Entwicklungen zu erkennen, das intellektuelle Eigentum an diesen Erfindungen zu sichern und mittels professioneller Transfereinrichtungen die Basis dafür zu schaffen, diese einer Patentsicherung und kommerziellen Nutzung zuzuführen. Eine wesentliche Rolle kommt hierbei der in das UGMLC-Konzept eingebundenen mittelhessischen Transfereinrichtung TransMIT GmbH zu.

 

C UGMLC Zell- und Gewebebank

Es ist erklärtes Ziel des UGMLC, umfassende Zell-, Gewebe- und Datenbanken (Ressourcen-Repositorien) zu den Prototyp-Erkrankungen des UGMLC zu erstellen. Hierbei soll möglichst auf schon existente Bio- und Datenbanken aufgebaut werden und - wo sinnvoll und machbar - eine Vernetzung mit Biomaterial- und Datenbank-Netzwerken auf nationaler und internationaler Ebene angestrebt werden. Alle technischen Voraussetzungen für den Ausbau dieser Repositorien und die sichere Asservierung der Proben sind erfüllt und standard operation procedures (SOPs) zur Konservierung, Splittung und Aufbereitung des Materials liegen vor. Softwarelösungen, die Abfragen und logische Verknüpfungen dieser Daten erlauben, wurden in vorausgehenden Aktivitäten in NGFN-Netzwerken erarbeitet. Für alle Gewebebanken wird angestrebt, diese mit korrespondierenden Datenbanken (Registern) zu verbinden, mit ausführlicher klinischer Charakterisierung und Erfassung der individuellen Krankheitsverläufe. Der Ausbau folgender Biobanken ist vorgesehen:


Humane primäre Lungenzellbanken. Diese umfassen alveoläre und bronchiale Epithelzellen, makro- und mikrovaskuläre Endothelzellen, pulmonalvaskuläre Fibroblasten, pulmonalvaskuläre glatte Muskelzellen und interstitielle Lipo- und Myofibroblasten aus normalen Donorlungen sowie Lungen von Patienten mit pulmonaler Hypertonie, Lungenfibrose und COPD/Emphysem (Zusammenarbeit mit den EU-Projekten Pulmotension und eurIPFnet; z. T. liegen bereits umfängliche Zellbanken vor).

 

Blutzellbank bei Pneumonie und pneumogener Sepsis. Diese umfasst ein Sammlung von > 1.000 sehr gut charakterisierten Proben, gewonnen zu definierten Zeitpunkten nach Beginn der Pneumonie bzw. der Sepsis (Zusammenarbeit mit dem NGFN-Netz Infektion und Entzündung sowie CAPNetz, SEPNET und PROGRESS).


Bronchoalveoläre Lavage-Bank bei ARDS, beatmungspflichtiger Pneumonie und verschiedenen Formen der ILD. Diese umfasst gegenwärtig > 900 Proben, welche über einen Zeitraum von 6 Jahren asserviert wurden.


Blutzell- und Plasma/Serumbank bei pulmonaler Hypertonie. Diese umfasst eine Sammlung von > 2.000 Patienten mit manifester pulmonaler Hypertonie verschiedener Ätiologien, die über einen Zeitraum von > 10 Jahren aufgebaut wurde. Die Proben sind in der Giessener Datenbank für PH-Patienten katalogisiert (größte monozentrische PH-Datenbank der Welt).


Stamm-/Progenitor-Zell-Bank. Bank für humane Progenitor- und Stammzellen aus dem Blut und/oder Knochenmark von Patienten mit Lungenerkrankungen. Angeschlossen ist eine DNABank zur Identifizierung von genetischen Determinanten der Progenitor-Zellfunktion.


Humane Gewebebanken. Durch Kooperation mit den Lungentransplantationszentren in Gießen und Wien liegen bereits > 150 explantierte Lungen vor, welche unmittelbar nach Entnahme nach  standardisiertem Protokoll asserviert wurden, sowie von korrespondierend behandeltem überschüssigen humanen Lungendonormaterial. Wesentliche Diagnosen umfassen pulmonale Hypertonie (Zusammenarbeit mit der European PH Tissue Bank im EU-Projekt Pulmotension), Lungenfibrose (European IPF biobank im EU Projekt eurIPFnet) und COPD (geplante Kooperation mit COPD-Netz COSYCONET). Aufgrund des exzellenten Zustandes dieser Probensammlung sowie der Materialmenge ist es möglich, mit Hilfe der Technik des laser assisted cell picking (langjährig etabliert) einzelne Kompartimente (z. B. Alveolarsepten, Gefäßwand, Bronchialwand) oder einzelne Zielpopulationen (z. B. Alveolarmakrophagen, Typ II-Epithelzellen) aus diesen Gewebematerialien zu isolieren und molekularer Diagnostik zuzuführen. Eine Tumor-Gewebebank unter Einschluss von Lungentumoren besteht bereits in Zusammenarbeit mit dem CCC in Marburg. Diese wird ergänzt durch eine Lungenkarzinom-Gewebebank an der Thoraxchirurgie der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, die vor dem Hintergrund von > 1.500 thoraxchirurgischen Eingriffen pro Jahr in raschem Aufbau begriffen ist.

 

D Klinisches Studienzentrum und Biometrie

Diese Plattform unterstützt die Aktivitäten des UGMLC im Bereich der klinischen Studien auf den verschiedenen Ebenen. Entscheidender Baustein hierfür ist ein eigens zu schaffendes Modul „Lunge“ im Koordinationszentrum für Klinische Studien.

 

E UGMLC School, Karriereförderung

Diese Plattform hat zur Aufgabe, alle Stadien der Aus- und Weiterbildung und der  Karriereentwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern und dafür Sorge zu tragen, dass die hierfür im Programm des UGMLC vorgesehenen Module kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ebenso trägt sie für die Umsetzung der Gleichstellungskonzepte Verantwortung.