Pressemitteilung

41 Millionen Euro zur weiteren Finanzierung von LOEWE-Projekten

Wiesbaden – Im Rahmen der hessischen Forschungsinitiative „LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ sind weitere Entscheidungen gefallen: Die LOEWE-Verwaltungskommission hat heute unter Vorsitz von Staatssekretär Ingmar Jung über Weiterfinanzierung sowie Auslauffinanzierung von Projekten der zweiten Förderstaffel entschieden, die seit Anfang 2010 unterstützt werden.

Die zwei Zentren und vier Schwerpunkte, an denen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt sind, waren Mitte August bis Mitte September 2012 durch externe Gutachter evaluiert worden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse und der Förderempfehlungen des LOEWE-Programmbeirats hat die Verwaltungskommission beschlossen, die beiden Zentren für weitere drei Jahre bis 2015 zu finanzieren; die vier Schwerpunkte erhalten Auslauffinanzierungen. Die Projekte werden somit vom 1. Januar 2013 an mit weiteren insgesamt rund 41 Millionen Euro unterstützt.

„Der Landesregierung ist es mit LOEWE gelungen, die hessische Wissenschaftslandschaft nachhaltig zu festigen, markante Profile zu bilden und die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen zu stärken. Sie steht daher uneingeschränkt zu diesem Erfolgsprojekt und wird allein in dieser Legislaturperiode rund 410 Millionen Euro zur Verfügung stellen“, sagte Staatssekretär Jung. Er dankte dem Programmbeirat und den Gutachtern für das Engagement beim Auswahlverfahren: „Ihre Expertise und fachliche Begleitung ist für das Programm und die Anerkennung der Projekte von zentraler Bedeutung.“

LOEWE-Zentren

UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center: Entzündliche und hyperproliferative Erkrankungen der Lunge und der Atemwege

Justus Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim

Landesförderung 2013 - 2015: rund 16,2 Millionen Euro

Im LOEWE-Zentrum UGMLC werden die Erkenntnisse der drei Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der experimentellen und der klinischen Lungenforschung gebündelt. Durch diese Bündelung und die Einrichtung neuer Arbeitsgruppen im LOEWE-Zentrum wird die Entwicklung verbesserter diagnostischer und therapeutischer Konzepte bei Lungenerkrankungen beschleunigt. Das Thema des Zentrums ist sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die klinische Forschung von höchster Bedeutung. Forschungs- und Behandlungszentren auf diesem Gebiet sind in Deutschland unterrepräsentiert. Bisher existierten Forschungseinrichtungen nur an den medizinischen Fakultäten in Hannover, München und Berlin und am Forschungszentrum Borstel.

SYNMIKRO – Synthetische Mikrobiologie

Philipps-Universität Marburg (Federführung), Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie Marburg

Landesförderung 2013 - 2015: rund 22 Millionen Euro

Mikroorganismen spielen in der Natur und Industrie eine wichtige Rolle: Sie sind Energielieferanten, kommen in Nahrungsmitteln vor und werden in großem Maßstab zur Herstellung von Arzneimitteln eingesetzt. Fortschritte in der mikrobiellen Biochemie, Molekularbiologie, Genanalyse und Bioinformatik haben die Voraussetzungen für das aufstrebende Gebiet der Synthetischen Mikrobiologie geschaffen. Im LOEWE-Forschungszentrum SYNMIKRO arbeiten Biologen, Biochemiker, Physiker, Mathematiker, Bioinformatiker und Bioethiker zusammen. Diese für Deutschland einzigartige Forschungskooperation bietet völlig neue Möglichkeiten, das Verständnis der molekularen Grundlagen und des Nutzungspotentials von Mikroorganismen zu erweitern und neue Einsatzmöglichkeiten zu eröffnen. Die Marburger Forscher streben das gezielte Design synthetischer Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften aus standardisierten Bausteinen an. Diese Zellen könnten genutzt werden, um zum Beispiel neue Medikamente, Chemikalien, Biokraftstoffe und Nahrungsmittelzusätze effizient, kostengünstig und umweltverträglich zu produzieren.

LOEWE-Schwerpunkte

AmbiProbe – Massenspektrometrische in-situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit

Justus Liebig-Universität Gießen (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main

Landesförderung 2013: 836.000 Euro

Auf den Gebieten Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit sind neue Analysemethoden erforderlich, die vor Ort und unmittelbar eingesetzt werden können. Solche „in-situ“-Methoden werden beispielsweise für die Identifizierung von Schimmelpilzgiften auf Pflanzen und in Lebensmitteln, für die Gewebetyp-Identifizierung an Ort und Stelle während chirurgischer Eingriffe, für den Nachweis und die Verfolgung von Umweltgift-Einträgen oder für die Terrorabwehr an Flughäfen benötigt. Dazu werden mobile Analysemethoden entwickelt, welche die genannten Bedingungen erfüllen.

OSF – Onkogene Signaltransduktion Frankfurt

Goethe-Universität Frankfurt am Main (Federführung), Georg-Speyer-Haus Frankfurt am Main

Landesförderung 2013: rund 744.000 Euro

Die Förderung von OSF ergibt sich aus der gesundheitspolitischen Bedeutung onkologischer Erkrankungen, den unzureichenden gegenwärtigen Behandlungsoptionen und der damit verbundenen Notwendigkeit, neue Medikamente und Therapiekonzepte zur Behandlung von Krebspatienten zu entwickeln. Krebs ist eine äußerst komplexe Krankheit, denn es gibt zahlreiche verschiedene Krebsarten und die unterschiedlichsten Entstehungsmechanismen. Die wissenschaftliche Aufgabe, der sich die Forscher stellen, heißt individualisierte Therapie bei Tumorerkrankungen. Dafür sind molekulare Mechanismen von Tumorerkrankungen zu entschlüsseln und für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien zu nutzen.

VENUS – Gestaltung technisch-sozialer Vernetzung in situativen ubiquitären Systemen

Universität Kassel

Landesförderung 2013: rund 983.000 Euro

Die Informationstechnik wird immer stärker mit unserer alltäglichen Lebensumgebung verwebt. Die Systeme (IT-Anwendungen, Internet, Handys) der nächsten Generation werden mit Sensoren den jeweiligen Anwendungskontext erfassen und so ihre Dienste an die jeweilige Situation anpassen können. Außerdem werden sie spontan und automatisch mit anderen Diensten in ihrer Umgebung interagieren. Es entsteht damit eine ganz neue Art der vernetzten Informationsverarbeitung, die sowohl technische Herausforderungen an die Informatik stellt, aber auch im Hinblick auf ihre Sozialverträglichkeit gestaltet und evaluiert werden muss. Wichtig sind dabei vor allem die Gebrauchstauglichkeit der Mensch-Maschine-Schnittstellen, das Vertrauen der Benutzer in die Technik, die Beachtung rechtlicher Vorgaben und ökonomisch nachhaltige Geschäftsmodelle. Der interdisziplinäre Forschungsschwerpunkt VENUS beschäftigt sich mit diesen Anforderungen und erarbeitet eine interdisziplinäre Gestaltungsmethodik für vernetzte allgegenwärtige Systeme, die sich dynamisch an ihre Umgebung anpassen können.

PräBionik – Präventive Biomechanik

Fachhochschule Frankfurt am Main (Federführung), Goethe-Universität Frankfurt am Main, Philipps-Universität Marburg

Landesförderung 2013: rund 486.000 Euro

Mit PräBionik sind Wissenschaftler den Grundlagen von Weichgewebe, Knochen und Knorpel auf der Spur, um zu klären, wie Hilfsmittel, wie etwa Prothesen, Stents oder Implantate so konstruiert werden können, dass pathologische Folgeerscheinungen vermindert oder sogar völlig beseitigt werden können. Wesentliches Ziel ist die Entwicklung von Verfahren und Produkten zur Verbesserung von Stützkonstruktionen, um die durch den demographischen Wandel steigende Zahl pflegebedürftiger Patienten zu minimieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ines Brahm
Vorzimmer Leiter Ministerbüro
Presse- und Öffentlichkeitsreferat
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

 

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