Über UGMLC

Die Forschung im UGMLC fokussiert auf 2 Projektfelder, die untereinander jedoch vielfach interagieren: Entzündliche (infektiöse/nicht-infektiöse ) und hyperproliferative (neoplastische/nicht-neoplastische) Lungenerkrankungen. Im Bereich der entzündlichen Erkrankungen werden als „Prototyp-Erkrankungen“ Pneumonie, pneumogene Sepsis und ARDS (acute respiratory distress syndrome), Asthma bronchiale und COPD erforscht, im Bereich hyperproliferative Erkrankungen sind dies Lungenkarzinom, Pulmonale Hypertonie und Lungenfibrose.

Obwohl unterschiedliche Gen-Umwelt-Interaktionen (genetische Prädisposition und epigenetische Regulation) und Triggerfaktoren (u.a. Infektionen, Allergien, inhalative Noxen) bei diesen Erkrankungen zum Tragen kommen,  sind die zugrunde liegenden molekularen Signalpfade doch ähnlich und untereinander und mit denen der Organogenese vernetzt.

Im Bereich der entzündlichen Lungenerkrankungen wird die Assoziation zwischen mikrobiellen Gemeinschaften und Krankheit/Gesundheit erforscht, was zu neuen Konzepten in der Diagnostik und der Therapie führen kann. Außerdem wird die lungenspezifische Antwort des Immunsystems (Sensor-, Effektor und Reparatursysteme) in der Pneumonie untersucht, mit dem Ziel aus diesen Ergebnissen Interventionsstrategien zu entwickeln.

Für die Prototyp-Erkrankung „Pneumogene Sepsis und direktes ARDS“ soll die Störung der pulmonalen Sachrankenfunktion durch Erreger und ihre Produkte, die Rolle der pulmonalen Entzündungsantwort bei der Pathogenese des alveolären Ödems, die molekularen Signaturen untersucht werden, wiederum mit dem Ziel, die Wiederherstellung der alveolären Barrierefunktion beeinflussen zu können. In diesem Projektbereich werden außerdem zwei der von ihrer sozioökonomischen Relevanz her bedeutsamsten Lungenerkrankungen untersucht: Asthma und COPD. Auch hier will man durch ein vertieftes Verständnis der Krankheitsprozesse (Initiierung und Perpetuierung , Bedeutung des zellbiologischen Netzwerkes, neuronale Dysfunktionen, gemeinsame und differenzielle Signalwege) zu verbesserten Behandlungsstrategien kommen. Unter anderem wird der neue Ansatz verfolgt, dass chronisch-entzündliche Lungenerkrankungen wie COPD auf eine systemische Entzündung zurückgehen können, also nicht nur die Lunge behandelt werden muss, sondern der gesamte Körper in das Therapiekonzept mit einbezogen werden muss.

Im Bereich der hyperproliferativen Lungenerkrankungen wird zum einen die Entstehung von Lungenkrebs, der häufigsten, zum Tode führenden Krebserkrankung, erforscht, zum anderen nicht-krebsartige Lungenerkrankungen, die aber ebenso auf ungeregeltem Zellwachstum basieren, wie Pulmonale Hypertonie und Lungenfibrose.  Neben der Fragestellung, wie das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen zustande kommt, wird hier auch der Frage nachgegangen, welche Faktoren zur Metastasierung führen können, bzw. wie metastasierende Zellen mit den residenten Tumorzellen und dem Mikromilieu des Gewebes interagieren. Außerdem wird das Problem der Therapieresistenz von fortgeschrittenen Tumoren erforscht, sowie Möglichkeiten zur verbesserten Therapie und Prävention. Bei der Pulmonalen Hypertonie, einer Erkrankung des Lungengefäßbettes, die zur Einengung der Gefäße durch Zellwachstum und damit Blutdruckerhöhung in der Lunge führt und die bisher nicht heilbar ist, soll der genetische und molekularbiologische Hintergrund der Krankheit untersucht werden, um nicht nur die Symptome des Druckanstiegs zu behandeln, sondern auch den Gefäßumbau wieder rückgängig machen zu können und damit die Krankheit langfristig heilen zu können. Die Entstehung der Lungenfibrose, einer Erkrankung, bei der es zu Bindegewebseinlagerungen im Bereich der Alveolen und Absterben der Alveolen kommt, wodurch die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff behindert wird, ist im Detail weitgehend unbekannt. Sie kann auf Entzündungsreaktionen zurückgehen, inhalative Noxen (Asbest, Stäube) oder unbekannte Ursachen haben. Gelingt es, die Entstehung dieser Erkrankung zu verstehen, könnten auch hier neue Wege zu verbesserten Therapiekonzepten beschritten werden.

An den Universitäten in Gießen und Marburg und am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim arbeiten bereits verschiedene Forschergruppen auf den beschriebenen Gebieten. Durch die Bündelung ihrer Expertisen bzw. durch die Einrichtung neuer Arbeitsgruppen im UGMLC werden die Fortschritte in diesen Gebieten beschleunigt und neue Aspekte eingebracht.

UGMLC ist Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung

http://www.dzl.de/index.php/en/

 

 

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Pulmonale Hypertonie am Uniklinikum Gießen & Marburg